Führungskräfte und Mitarbeiter an digitalen Veränderungen beteiligen, Orientierung geben und neue Arbeitsweisen im Alltag verankern.

Der Bauhof ist das Herzstück jedes Bauunternehmens. Er dient als zentraler Lagerplatz für Baumaterial, Maschinen, Fahrzeuge und Geräte. Gleichzeitig fungiert er als interne Dienstleistungseinheit zur Unterstützung der eigenen Baustellen.

Seine Kernaufgaben umfassen:

  • Termingerechte Bereitstellung von Material und Maschinen
  • Wartung und Reparatur des Fuhr- und Maschinenparks
  • Logistische Koordination von Transporten
  • Einkauf von Ersatzteilen

Der Bauhof arbeitet als Hilfskostenstelle, deren verrechnete Entgelte die angefallenen Kosten decken sollen, ohne Gewinn oder Verlust zu erwirtschaften.

Kurz gesagt: Wer Such- und Stillstandzeiten reduziert, senkt direkt die Gemeinkosten jeder laufenden Baustelle.

➡️ Woher kommt die 5S-Methode? Als Entwickler gilt Taiichi Ohno, ehemaliger Produktionsleiter der japanischen Firma Toyota. Die Methode stammt ursprünglich aus dem Lean Management und hat sich weltweit in produzierenden Unternehmen bewährt. Und somit auch für Prozesse im Bauhof von Bauunternehmen

Die 5S-Methode im Überblick

Die 5S-Methode hilft bei der Optimierung von Arbeitsplätzen, Lagerorten und Bauhofabläufen. 5S steht für folgende Begriffe, die aus dem Japanischen kommen:

SBegriff (Japanisch)Bedeutung
1Sortieren (Seiri)Aussortieren, was nicht dorthin gehört
2Systematisieren (Seiton)Jedes Teil hat seinen festen Platz
3Säubern (Seiso)Reinigung ist Inspektion
4Standardisieren (Seiketsu)Regeln etablieren und sichtbar machen
5Selbstdisziplin (Shitsuke)Die Kultur leben

1. Sortieren: Aussortieren, was nicht dorthin gehört

Bevor irgendetwas neu geordnet wird, wird radikal aussortiert. Im Bauhof bedeutet das: Alle Werkzeuge, Maschinen, Materialien und Ersatzteile werden nach Nutzungshäufigkeit und Zustand bewertet.

  • Entsorgen: Defekte Geräte, veraltete Materialien und Schrott werden entsorgt. Kein „das reparieren wir irgendwann mal“.
  • Reduzieren: Nur benötigtes Material wird auf Lager gelegt.
  • Rote-Aufkleber-Methode: Bei unklaren Fällen wird ein roter Aufkleber auf das Gerät oder Material geklebt. Nach einer festgelegten Frist wird endgültig entschieden: behalten oder entsorgen. So entsteht kein Endlos-Zwischenlager. (Tipp: Das hilft auch privat im Keller!)

2. Systematisieren: Jedes Teil hat seinen festen Platz

„Wo finde ich den Akku-Bohrhammer?“ „Wo ist das Anbauteil für den Bagger?“ Wenn das im Bauhof tägliche Routine ist, läuft etwas falsch. Jetzt bekommt jeder verbliebene Gegenstand einen festen, logischen und ergonomisch sinnvollen Platz.

  • Shadow Boards: Werkzeugtafeln mit Umrisszeichnungen zeigen sofort, welches Werkzeug fehlt. Mit einem Blick erkennen Sie, was nicht an seinem Platz ist.
  • Klare Zonen: Bodenmarkierungen trennen Lauf-, Fahr- und Lagerzonen. Das reduziert Unfallrisiken und beschleunigt den Ablauf.
  • Schnelle Wege: Alles was täglich gebraucht wird, ist schnell zu erreichen.. Seltene Spezialgeräte werden weiter hinten eingelagert. So minimieren Sie Wegezeiten bei jeder Einlagerung und Kommissionierung.
  • Software-Unterstützung: Eine Software, die dynamische Lagerplätze vergibt, ist ebenfalls in Ordnung. Wichtig ist, dass alle Buchungen auch über die Software erfolgen.

3. Säubern: Reinigung ist Inspektion

Reinigung im Bauhof ist keine reine Putzaktion, sondern aktive Qualitätssicherung. Denn dies ist präventive Wartung.

  • Reinigungspläne: Es gibt feste Pläne, die definieren, wer welche Flächen wann reinigt.
  • Präventive Wartung: Beim Säubern von Maschinen und Fahrzeugen fallen Verschleißerscheinungen, Risse oder Lecks frühzeitig auf. Eine undichte Hydraulikleitung am Minibagger fällt bei der morgendlichen Reinigung auf und kann in der Werkstatt direkt repariert werden.

4. Standardisieren: Regeln etablieren und sichtbar machen

Damit die ersten drei S nicht nach zwei Wochen wieder hinfällig sind, sollen klare Standards entstehen.

  • Visuelle Hilfen: Farbcodes für Kategorien und klare Beschriftungen für Regale und Behälter.
  • Checklisten: Regelmäßige 5S-Audits dokumentieren den Status und decken Abweichungen schnell auf.
  • Prozesslandkarten: Klare Verantwortlichkeiten und Abläufe für Instandhaltung und Ordnung. Jeder weiß, wer für was zuständig ist.
  • 5S-Freitag: Ein fester Tag zur Überprüfung der eigenen Standards. Dies steigert kontinuierlich die Qualität des Bauhofs und führt zu weniger Rückfragen, Wartungen und Konflikten im stressigen Arbeitsalltag unter der Woche.

5. Selbstdisziplin: Die Kultur leben

Der letzte Schritt ist entscheidend für den kontinuierlichen Verbesserungsprozess (KVP): Mitarbeiter übernehmen die Verantwortung für die Aufrechterhaltung der Standards.

  • Training & Einbindung: Regelmäßige Trainings und die Einbindung der Belegschaft in die Prozessgestaltung fördern die Akzeptanz.
  • Kontinuierliche Verbesserung: Durch regelmäßigen Austausch im Bauhof-Team werden Prozesse optimiert und die Disziplin aufrechterhalten.
  • Vorbildfunktion: Verantwortliche für den Bauhof leben 5S-Prinzipien vor. Dadurch entsteht eine Kultur, an der sich auch Poliere und andere Kollegen orientieren können.

Fazit

Die 5S-Methode ist kein einmaliges Projekt, sondern ein kontinuierlicher Prozess. Für Bauhofmitarbeiter bietet sie das Werkzeug, um den Bauhof von einem undurchsichtigen Sammelplatz in ein professionelles Lager zu verwandeln.

Der Bauhof wird vom Kostenfaktor zum Erfolgsfaktor für die Baustelle. Mit weniger Such- und Stillstandzeiten reduziert er aktiv die Gemeinkosten, sorgt für einen reibungslosen Prozess. Zudem stärkt er seinen Kollegen auf der Baustelle den Rücken, denn Probleme gibt es dort ohnehin genügend. Wann fangen Sie mit 5S an?

Experte Unternehmensentwicklung

FAQ – Häufig gestellte Fragen

Warum ist der Bauhof für ein Unternehmen so wichtig?

 Der Bauhof fungiert als zentrales Herzstück und Lagerplatz für Material, Maschinen und Fahrzeuge. Als interne Dienstleistungseinheit sorgt er für die termingerechte Bereitstellung von Ressourcen auf den Baustellen. Eine effiziente Organisation reduziert Such- und Stillstandzeiten, was die Gemeinkosten senkt.

Was ist das wirtschaftliche Ziel eines Bauhofs?

 Ein Bauhof arbeitet als Hilfskostenstelle. Das Ziel ist es, durch verrechnete Entgelte die angefallenen Kosten zu decken, ohne dabei Gewinn oder Verlust zu erwirtschaften. Effizienzsteigerung durch Methoden wie 5S wandelt den Bauhof vom reinen Kostenfaktor zum Erfolgsfaktor.

Was bedeutet die Abkürzung 5S?

5S steht für fünf japanische Begriffe, die einen Prozess zur Optimierung von Arbeitsplätzen, Lagerorten und Abläufen beschreiben: #S1 Sortieren (Seiri), #S2 Systematisieren (Seiton), #S3 Säubern (Seiso), #S4 Standardisieren (Seiketsu), #S5 Selbstdisziplin (Shitsuke)

Woher stammt die 5S-Methode? 

Als Entwickler gilt Taiichi Ohno, der ehemalige Produktionsleiter der japanischen Firma Toyota. Die Methode stammt ursprünglich aus dem Lean Management und hat sich weltweit in produzierenden Unternehmen bewährt. Und kann auf Bauhöfe von Bauunternehmen übertragen werden.

Wie geht man beim Sortieren im Bauhof vor? 

Es erfolgt eine radikale Bestandsaufnahme aller Werkzeuge, Maschinen und Materialien. Diese werden nach Nutzungshäufigkeit und Zustand bewertet. Dabei hilft: Entsorgen, Reduzierung, Rote-Aufkleber-Methode.

Wie wird sichergestellt, dass jeder Gegenstand im Bauhof seinen Platz hat?

Jeder verbliebene Gegenstand erhält einen festen, logischen und ergonomisch sinnvollen Platz. Dabei helfen folgende Maßnahmen: Shadow Boards, klare Zonen, kurze Wege, Software-Untersütztung.

Warum ist Reinigung im Bauhof mehr als nur Putzen?

Reinigung dient hier als aktive Qualitätssicherung und Inspektion. Beim Säubern von Maschinen und Fahrzeugen fallen Verschleißerscheinungen, Risse oder Lecks frühzeitig auf. So wird eine undichte Hydraulikleitung am Minibagger frühzeitig erkannt und behoben. Damit sparen Sie sich die aufwendige Reparatur auf der Baustelle.

Wie schaffe ich, dass das Bauhof-Team regelmäßig die ersten drei Schritte umsetzt?

Die gewonnenen Erkenntnisse werden in dauerhafte Standards überführt: Visuelle Hilfen, Checklisten, Prozesslandkarten, 5S-Tag.

Was ist der entscheidende Faktor für den langfristigen Erfolg im Bauhof?

Die Mitarbeiter müssen die Verantwortung für die Standards übernehmen. Dies wird erreicht durch: Training, Einbindung, kontinuierliche Verbesserung (KVP), Vorbildfunktion

Ist die 5S-Methode ein einmaliges Projekt? 

Nein, 5S ist kein einmaliges Projekt, sondern ein kontinuierlicher Prozess (KVP). Es erfordert ständige Pflege und Anpassung, um den Bauhof dauerhaft professionell zu betreiben.

Welchen konkreten Vorteil bringt die Rote-Aufkleber-Methode?

 Sie verhindert, dass unentschiedene Gegenstände zu einem permanenten Zwischenlager werden. Durch die festgelegte Frist wird eine schnelle und endgültige Entscheidung erzwungen.

Wie messe ich den Erfolg von 5S im Bauhof?

Da der Bauhof als Hilfskostenstelle arbeitet, lässt sich der Erfolg indirekt über die Gemeinkostensenkung messen:

– Suchzeiten: Vergleich der Vorher-Nachher-Suchzeit messen.
– Stillstandzeiten: Anzahl und Dauer von Maschinenausfällen dokumentieren.
– Materialverschwendung: Kosten der Verbrauchsmaterialen analysieren. Erfahrungsgemäß sinken diese bis zu 20% im Vergleich zum Zeitraum vor dem Einsatz der 5S-Methode.
– Audit-Ergebnisse: Regelmäßige 5S-Audit-Ergebnisse über die Zeit beobachten. Diese zeigen, ob Standards gelebt werden.

Was ist der Unterschied zwischen 5S und Lean Management?

5S ist ein Werkzeug innerhalb des Lean Management. Lean Management ist die übergeordnete Philosophie zur Verschwendungsreduktion. 5S ist eine konkrete, schrittweise Methode, um Arbeitsplätze zu organisieren. Andere Lean-Werkzeuge sind Value Stream Mapping, Kanban oder Poka-Yoke. 5S bildet oft das Fundament für weitere Lean-Initiativen, da ein aufgeräumter, standardisierter Arbeitsplatz die Voraussetzung für weitergehende Optimierungen ist.

Quellen

Mai 2023. Im Halbfinale der Eishockey-Weltmeisterschaft spielt Deutschland gegen die USA. Auf dem Papier ist die USA der überlegene Favorit. Doch wer selbst Mannschaftssport betrieben hat, weiß: Spiele werden nicht auf dem Papier entschieden.

Was an diesem Abend geschah, beeindruckte mich zutiefst. Die Spieler der deutschen Mannschaft blockten Schüsse füreinander, bügelten Fehler aus und Teamkollegen auf der Bank feuerten an. Jeder arbeitete für den gemeinsamen Erfolg. Nach 60 Minuten stand es 3:3 Unentschieden. Im Eishockey entscheidet in der Verlängerung das „Golden Goal“: Das erste Tor bringt den Sieg. Die Spannung war kaum auszuhalten. Dann fiel das Tor: Frederik Tiffels erzielte den entscheidenden Treffer zum 4:3. Deutschland stand im Finale.

Frederik Tiffels erzielt das entscheidende Tor
Frederik Tiffels erzielt das entscheidende Tor zum 4:3 Endstand. (Quelle: Kölner Haie)

Dieser Abend zeigte eindrucksvoll, was möglich ist, wenn aus talentierten Einzelspielern ein echtes Team wird. Doch wie entsteht ein solches Team? Und warum scheitern andere trotz individueller Qualität?

Warum scheitern Teams?

In über zehn Jahren Projekterfahrung als Transformation Manager habe ich immer wieder gleiche Muster gesehen. Erfolgreiche Teams zeichnen sich nicht durch die besten Einzelkönner aus, sondern durch eine Kultur, die zielgerichtete Zusammenarbeit ermöglicht.

Patrick Lencioni liefert mit seinem Modell der „Fünf Dysfunktionen eines Teams“ ein Werkzeug für die Praxis. Er beschreibt die häufigsten Hindernisse, die Teams am Erfolg hindern, als:

  • Fehlendes Vertrauen
  • Angst vor Konflikten
  • Unverbindlichkeit
  • Ablehnung von Verantwortung
  • Desinteresse an Ergebnissen

Diese fünf Punkte entscheiden darüber, ob Teams über sich hinauswachsen oder hinter ihren Möglichkeiten zurückbleiben.

Fünf Krankheiten eines Teams
Die fünf Dysfunktionen eines Teams. (Quelle: Buch „Mein Traum-Team“ von Patrick Lencioni)

Vertrauen als Fundament: Warum zerstört Unverletzlichkeit den Teamerfolg?

Vertrauen ist die Basis jeder Zusammenarbeit. Doch genau hier krankt es oft. Wir haben gelernt, Fehler als Schwäche zu betrachten. Und Offenheit birgt das Risiko verletzt zu werden. Teammitglieder verstecken sich zum Schutz hinter professionellen Fassaden. Der hohe Qualitätsanspruch im Mittelstand verstärkt diesen Effekt: Fehler werden bestraft, statt als Lernmöglichkeit begriffen.

Ohne Vertrauen werden Konflikte vermieden, Verbindlichkeit abgeschoben und keine Verantwortung für Ergebnisse übernommen.

Vertrauen beginnt bei der Führungskraft. Wenn Sie als Verantwortlicher eigene Fehler offen ansprechen, geben Sie Ihrem Team die Erlaubnis, verletzlich zu sein. Das schafft einen sicheren Rahmen. Mit einer lebendigen Feedbackkultur und dem aktiven Lernen aus Fehlern wird aus einer Gruppe von Einzelkönnern ein Team.

Künstliche Harmonie: Warum halten Teams mit der Wahrheit zurück?

Kennen Sie Teams, in denen harmonisch miteinander umgegangen und zeitgleich hinter dem Rücken schlecht geredet wird? Das ist ein klares Symptom für die Angst vor Konflikten.

Konflikte sind unangenehm. Wer Kritik äußert, läuft Gefahr, selbst konfrontiert zu werden. Also wird lieber „Harmonie“ vorgespielt. Doch künstliche Harmonie bedeutet, dass die gemeinsamen Ziele nicht ernst genommen werden. Daraus folgt, dass Entscheidungen nicht klar getroffen werden, weil niemand seine echte Meinung eingebracht hat. Lösungen werden nur zweitklassig umgesetzt, da wertvolle Perspektiven nicht beigesteuert wurden.

Konstruktive Konflikte brauchen eine Führungskraft, die eine offene Diskussionskultur prägt. Es geht darum, gemeinsam die beste Lösung zu finden. Dazu ist Respekt vor jeder Meinung notwendig und die Beseitigung von persönlichen Befindlichkeiten. Diskussionen sind keine Störung. Sie sind eine wertvolle Komponente der Zielfindung.

Unverbindlichkeit: Warum Mehrdeutigkeit Teams schadet?

Unverbindlichkeit äußert sich durch Mehrdeutigkeit. Der Aufgabenstatus bleibt vage, damit nachträglich genug Interpretationsspielraum bleibt. In guten Teams wird der Status klar adressiert und Hürden offen genannt.

Warum bleiben Teams lieber unverbindlich? Es ist vermeintlich einfacher. Denn dadurch werden Optionen offen gehalten und man bleibt unangreifbar. Leider führt diese Haltung zum Misserfolg des Teams.

Verbindlichkeit braucht Klarheit. Nach jeder Diskussion muss klar sein, was entschieden wurde und wer verantwortlich ist. Wichtig ist, dass alle die Entscheidung mittragen. Das gilt auch für die Teammitglieder, die eine andere Meinung vertreten haben.

Verantwortung ablehnen: Wie kommt es zu geringen Leistungsstandards?

Im Projekt werden Abgabtermine immer wieder verschoben. Das Projektteam trifft die Aussage „Wir können nichts tun, denn die Fachabteilung hatte keine Zeit!“. Solche Aussagen sind ein Warnsignal. Denn damit wird die Verantwortung weitergegeben.

Dies kann zwei Ursachen haben:

  • Eine Führungskultur, in der Leiter das letzte Wort beanspruchen.
  • Oder die Haltung des Mitarbeiters, der es sich einfach machen möchte und eben keine Verantwortung übernimmt und Lösungen überlegt, um das Projekt im Sinne der Firma zu entwickeln.

Wer Verantwortung übernimmt, muss Rechenschaft ablegen. Das schreckt ab. Doch ohne Verantwortung sinken die Leistungsstandarde und mit ihnen die Motivation der Leistungsträger.

Teams brauchen gemeinsame Leitplanken. Eine Team-Vision verankert Sinn und Werte. Die Entwicklung sollte gemeinsam erfolgen, damit alle hinter dem großen Zielbild stehen. Danach ist es Führungsaufgabe, diese Standards einzufordern und immer wieder den Fokus der Vision zu schärfen.

Desinteresse an Ergebnissen: Warum triumphiert das „Ich“ über das „Wir“?

„Es ist erstaunlich, was du erreichst, wenn es dir egal ist, wer die Anerkennung bekommt.“ Dieses Zitat von Harry S. Truman bringt es auf den Punkt. Wenn individuelle Ziele wichtiger sind als das Gesamtergebnis, entstehen Silos. Silos führen dazu, dass Informationen nicht weitergegeben und das gemeinsame Aufgaben nachrangig bearbeitet werden.

Wer ausschließlich an eigenen Zielen gemessen wird, optimiert für sich und nicht für das Team. Es helfen gemeinsame Ziele und eine Kultur, die auf Vertrauen, Bereitschaft für Konflikte, Verbindlichkeit und Verantwortungsübernahme baut.

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Mein Fazit: Teamwork als Schlüssel zur digitalen Transformation

Echtes Teamwork entsteht nicht durch Zufall. Es ist das Ergebnis harter und gemeinsamer Arbeit. Die Bausteine für Traum-Teams sind:

  1. Gegenseitiges Vertrauen
  2. Mut, Konflikte auszutragen
  3. Verbindlichkeit leben
  4. Verantwortung übernehmen
  5. Fokus auf das Team-Ergebnis

In dem Kulturwandel durch die digitale Transformation benötigen wir solche Teams. Denn Digitalisierung ist kein IT-Thema. Digitalisierung ist Teamarbeit. Am Ende entscheidet nicht die IT-Lösung, sondern das Team, das es schafft, Kolleginnen und Kollegen mit auf eine Veränderungsreise zu nehmen.

Ich bin überzeugt, dass Unternehmen, die diese fünf Bereiche aktiv angehen, erfolgreich den Wandel meistern.

Experte Unternehmensentwicklung

FAQ – Häufig gestelle Fragen

Was sind die fünf Dysfunktionen eines Teams nach Patrick Lencioni?

Patrick Lencioni beschreibt fünf typische Hindernisse, die Teams am Erfolg hindern: fehlendes Vertrauen, Angst vor Konflikten, Unverbindlichkeit, Ablehnung von Verantwortung und Desinteresse an Ergebnissen. Diese fünf Punkte bauen aufeinander auf und entscheiden darüber, ob Teams über sich hinauswachsen oder hinter ihren Möglichkeiten zurückbleiben.

Warum scheitern Teams trotz guter Einzelkönner?

Erfolgreiche Teams zeichnen sich nicht durch die besten Einzelkönner aus, sondern durch eine Kultur, die zielgerichtete Zusammenarbeit ermöglicht. Wenn Vertrauen fehlt, Konflikte vermieden werden und niemand Verantwortung übernimmt, reicht individuelles Talent allein nicht aus.

Warum ist Vertrauen die wichtigste Grundlage für Teamwork?

Ohne Vertrauen bleiben Teammitglieder hinter einer professionellen Fassade. Fehler werden versteckt statt als Lernmöglichkeit begriffen. Das führt dazu, dass Konflikte vermieden, Verbindlichkeiten abgeschoben und keine Verantwortung für Ergebnisse übernommen wird. Vertrauen beginnt bei der Führungskraft: Wer eigene Fehler offen anspricht, gibt dem Team die Erlaubnis, verletzlich zu sein.

Wie erkennen Sie künstliche Harmonie in einem Team?

Ein klares Symptom: Im Team wird scheinbar harmonisch miteinander umgegangen, aber hinter dem Rücken wird schlecht geredet. Entscheidungen bleiben unklar, weil niemand seine echte Meinung beisteuert. Wertvolle Perspektiven gehen verloren, und Lösungen sind zweitklassig.

Was hilft gegen Unverbindlichkeit im Team?

Verbindlichkeit braucht Klarheit. Nach jeder Diskussion muss feststehen, was entschieden wurde und wer verantwortlich ist. Alle müssen die Entscheidung mittragen, auch die Kollegen die vorher anderer Meinung waren.

Warum sinken die Leistungsstandards, wenn niemand Verantwortung übernimmt?

Wenn Verantwortung weitergegeben wird, sinken die Standards und mit ihnen die Motivation der Leistungsträger. Teams brauchen gemeinsame Leitplanken wie eine Team-Vision, die Sinn und Werte verankert. Die Entwicklung sollte gemeinsam erfolgen, damit alle hinter dem Zielbild stehen. Danach ist es Führungsaufgabe, diese Standards einzufordern.

Wie verhindern Sie, dass das „Ich“ das „Wir“ besiegt?

Wenn Mitarbeiter ausschließlich an eigenen Zielen gemessen werden, optimieren sie für sich und nicht für das Team. Ein Lösungsansatz sind gemeinsame Ziele und eine Kultur, die auf Vertrauen, Konfliktbereitschaft, Verbindlichkeit und Verantwortungsübernahme aufbaut.

Warum ist Teamwork der Schlüssel zur digitalen Transformation?

Digitalisierung ist kein IT-Thema, sie ist Teamarbeit. Am Ende entscheidet nicht die IT-Lösung, sondern wie wir es schaffen Kolleginnen und Kollegen mit auf eine Veränderungsreise zu nehmen. Unternehmen, die die fünf Dysfunktionen eines Teams aktiv angehen, meistern den Wandel erfolgreicher, weil sie eine Kultur aufbauen, in der Menschen gerne arbeiten.

Quellen

LEGO® Serious Play® ist eine Methode die, endlosen Diskussionen ein Ende bereitet und alle Teilnehmer zu Wort kommen lässt. In diesem Workshop arbeiten die Teilnehmer co-kreativ an begreifbaren Modellen und erleben die Denkmodelle ihrer Teamkollegen.

Was ist LEGO® SERIOUS PLAY®?

Mit LEGO® SERIOUS PLAY® (kurz: LSP) ist ein gut strukturierter und moderierter Prozess, der Teams hilft an Visionen, Zielbildern oder Strategien zu arbeiten. Während des Workshops werden verschiedene Fragestellungen bearbeitet und in einem wiederkehrenden Prozess durch jeden Teilnehmer und dem Team beantwortet. Diese Fragen orientieren sich an der Kernfrage, die im Voraus zwischen dem Auftraggeber und dem Moderator abgestimmt wurde. Die Antworten werden mit den Bausteinen als Metaphern gebaut und erhalten durch den „Erbauer“ seine Bedeutung in einer kurzen Vorstellungsrunde.

lsp process
Der klassische LEGO® Serious Play® (LSP) Prozess

Die vier Phasen

Ein klassischer LEGO® SERIOUS PLAY® Workshop besteht aus drei Phasen und kann um eine vierte Phase erweitert werden. In der ersten Phase werden die Prinzipien und die Funktionsweisen erlernt. Daher wird diese auch als „Skill-Building“ bezeichnet.

lsp workshop
Teilnehmerin stellt ihr individuelles Modell vor

Ab der zweiten Phase wird es praktisch. Jeder Teilnehmer baut sein individuelles Modell zu einer definierten Fragestellung. Anschließend werden in der dritten Phase die Modelle der einzelnen Teilnehmer zu einem gemeinsamen Modell (Teammodell) zusammengeführt. Im Team werden Abhängigkeiten, Einflussfaktoren und praktische Ableitungen diskutiert und die wichtigsten Aspekte der individuellen Modelle konsolidiert. In der optionalen vierten Phase wird das Teammodell um mögliche Szenarien und Einflussfaktoren erweitert. Das vereinfacht es Gesamtzusammenhänge, Herausforderungen oder auch Abhängigkeiten zu erarbeiten. Je nach Fragestellung und Zielsetzung des Auftraggebers ergeben sich die Anzahl der Phasen.

lsp workshop teammodell
Gemeinsames Modell mit den wichtigsten Aspekten aus den individuellen Modellen

Die Gründerväter dieser Methode waren der Meinung, dass alle wichtigen Ergebnisse von den Teilnehmern behalten werden. Alles was vergessen wird war nicht relevant. Die Erfahrung zeigt jedoch, dass zum Teilen im Unternehmen und zum Reflektieren eine Dokumentation unablässig ist. Daher erfolgt die Dokumentation mit Fotos, Videos und ggf. mit einer anschlussfähigen Präsentation z.B. für das Management.

Welchen Nutzen und Vorteile hat ein LEGO® SERIOUS PLAY® Workshop?

Mit LEGO® Serious Play® entstehen neue Ideen, die Kommunikation im Team wird verbessert und der Zeitbedarf für die Problemlösung verkürzt sich.

Nutzen:

  • Entwicklung einer Vision, Zielbild, Strategie hinter der das ganze Team steht
  • Begrifflichkeiten werden definiert und von jedem Teilnehmer einheitlich verstanden
  • Diese Methode hilft beim Team-Building und das gesamte Potential deines Teams wird gehoben

Vorteile:

  • Erlebbar: Sichtweisen und Denkmodelle werden zum Leben erweckt und bleiben durch Metaphern besser in Erinnerung
  • Begreifbar: Die Bausteine werden zum Prototyping verwendet, um Modelle zu diskutieren und Fakten zu schaffen
  • Co-kreativ: Jeder Teilnehmer wird zu 100 % in den Prozess integriert und aus dem gemeinsamen Verständnis entsteht die gemeinsame Weiterentwicklung der Vision, des Zielbildes oder der Strategie

Wie läuft ein LSP-Workshop ab?

Ein beispielhafter Ablauf eines Workshops, bei dem die drei Phasen von Skill-Building bis Teammodell integriert sind, kann wie folgt aussehen:

Wie wurde diese Methode entwickelt?

Bart Victor und Johan Roos suchten nach einer Methode, die Strategieentwicklung zu revolutionieren. Beide waren Professoren am International Institute for Management Development (IMD).

„In unserer Lehr-, Forschungs- und Beratungstätigkeit haben wir immer wieder festgestellt, dass bei Strategiediskussionen in der Regel die objektive, durch harte Zahlen untermauerte Analyse im Vordergrund steht. Die subjektiven Ansichten der Manager wurden in der Regel in den Hintergrund gestellt oder sogar ignoriert.“

Die Geburtsstunde

Anfang 1996 bekam Johan Roos den Auftrag ein Strategieprogramm für die Top 300 LEGO® Manager zu entwickeln. Nach einigen Gesprächen mit LEGO® bat er Bart Victor um seine Unterstützung. Bei der Entwicklung sahen sich die beiden auch die Bausteine von LEGO® an. Die Bausteine machten es möglich, Gedanken zu manifestieren und den Steinen ihre eigene Bedeutung zu geben. Durch eine beschränkte Bauzeit (Time Boxing) und Redezeit wurde es möglich jeden Workshop-Teilnehmer gleichwertig in das Erarbeiten des Ergebnisses einzubinden. Dies war die Geburtsstunde von LEGO® SERIOUS PLAY®.

Die Methode reift

Mehr als zwanzig Iterationsschritte von Testen, Lernen und erneutem Testen verfeinerten diese Methode, bevor sie Anfang 2022 der Öffentlichkeit vorgestellt wurde. Daraus ist auch eine offizielle Produktlinie entstanden. Seit Juni 2010 ist LEGO® SERIOUS PLAY® unter einer Creative-Commons-Lizenz öffentlich nutzbar gemacht. Creative Commons ist eine gemeinnützige Organisation, die Standard-Lizenzverträge veröffentlicht, damit auf einfache Weise Nutzungsrechte eingeräumt werden können. So wurde der Grundstein für Berater, Workshopmoderatoren und die Weiterentwicklung in einer größeren Community gelegt.

Peter Prütting ist ausgebildeter LEGO® SERIOUS PLAY® Facilitator und Moderator. Dieses Workshopformat ist optionaler Bestandteil des Beratungsprozesses und kann auch für individuelle Fragestellungen zu Vision, Zielbild und Strategie separat gebucht werden.   

Autor

Fazit

„Wenn du schnell gehen willst, dann gehe alleine. Wenn du weit gehen willst, dann gehe mit anderen zusammen.“ Für jeden der weit gehen und komplexe Fragestellungen im Team beantworten möchte ist LEGO® SERIOUS PLAY® eine sehr gute Methode. Durch den klaren und wertschätzenden Prozess kommt jeder Teilnehmer zu Wort. Damit wird das gesamte Wissen im Raum genutzt. Zugleich werden die Teilnehmer zu Teilhabern, da im gemeinsamen Modell die Aspekte stecken, die für sie sehr wichtig sind. Als Moderator von solchen Workshops erlebe ich auch, dass es Teilnehmern hilft den Fokus auf das Modell zu richten. Damit geht es nicht mehr um Personen, sondern um Modelle. Dies sorgt für ehrliche Diskussionen. LEGO® SERIOUS PLAY® ist die Methode, wenn Sie mit ihrem Team weit gehen möchtest.

Experte Unternehmensentwicklung

FAQ – Häufig gestellte Fragen

Was versteht man unter Creative-Commons?

Creative Commons ist eine gemeinnützige Organisation die Standard-Lizenzverträge veröffentlicht, damit auf einfache Weise Nutzungsrechte eingeräumt werden können. Zum Beispiel ist die Workshop-Methode LEGO® SERIOUS PLAY® unter einer Creative-Commons-Lizenz frei verwendbar.

Welchen Nutzen hat ein LEGO® SERIOUS PLAY® Workshop?

Entwicklung einer Vision, Zielbild, Strategie hinter der das ganze Team steht.
Begrifflichkeiten werden definiert und von jedem Teilnehmer einheitlich verstanden. Diese Methode hilft beim Team-Building und das gesamte Potential deines Teams wird gehoben.

Welche Vorteile hat ein LEGO® SERIOUS PLAY® Workshop?

Ein LEGO® SERIOUS PLAY® Workshop sorgt dafür, dass Inhalte erlebbar, begreifbar und co-kreativ erarbeitet werden. Somit werden Sichtweisen und Denkmodelle zum Leben erweckt und bleiben durch Metaphern besser in Erinnerung. Die Bausteine werden zum Prototyping verwendet um Modelle zu diskutieren und Fakten zu schaffen. Jeder Teilnehmer wird zu 100% in den Prozess integriert und aus dem gemeinsamen Verständnis entsteht die gemeinsame Weiterentwicklung der Vision, des Zielbildes oder der Strategie.

Wer hat LEGO® SERIOUS PLAY® erfunden?

Bart Victor und Johan Roos suchten nach einer Methode die Strategieentwicklung zu revolutionieren. Beide waren Professoren am International Institute for Management Development (IMD). Durch einen Beratungsauftrag für LEGO® wurde 1996 die Idee dieses Workshop-Formates geboren.

Wie funktioniert LEGO® SERIOUS PLAY® (kurz: LSP)?

LSP ist ein gut strukturierter und moderierter Prozess der Teams hilft an Visionen, Zielbildern oder Strategien zu arbeiten. Während des Workshops werden verschiedene Fragestellungen bearbeitet und in einem wiederkehrenden Prozess durch jeden Teilnehmer und dem Team beantwortet. Diese Fragen orientieren sich an der Kernfrage, die im Voraus zwischen dem Auftraggeber und dem Moderator abgestimmt wurde. Die Antworten werden mit den Bausteinen als Metaphern gebaut und erhalten durch den „Erbauer“ seine Bedeutung in einer kurzen Vorstellungsrunde.

Quellen